Gründungsgeschichte

Die ersten Anregungen zur Gründung eines Schützenvereins reichen bis in die Vorkriegszeit zurück. Schon im Jahre 1905 wurde in Clarholz die Gründung eines Schützenvereins erwogen. Die Statuten hierfür wurden damals von dem noch jungen Schützenverein Beelen ausgeliehen.

Satzungsentwurf von 1905

Interessant ist der § 1 dieses Entwurfes: „Der unter dem Namen ‚Clarholzer Landwirtschaftlicher Schützenverein‘ gegründete Verein hat seinen Sitz zu Clarholz und es können darin aufgenommen werden sämtliche unbescholtene erwachsene männliche Einwohner der Gemeinde Clarholz, welche das 17. Lebensjahr erreicht haben und ganz oder teilweise Landwirtschaft betreiben. …“
Der Entwurf endet mit: „Clarholz, den …    1905.“
Ein genaues Datum ist nicht eingefügt. Es ist heute leider nicht mehr festzustellen, wer hier die Initiatoren und handelnden Personen waren und warum und weshalb dieses Vorhaben keinen Erfolg hatte. 

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges (1914-18) wurden die Bestrebungen immer stärker. Am Sonntag vor Himmelfahrt im Jahre 1924 sollte im Dorf Clarholz ein Schützenverein gegründet werden. Da in der Gründungsversammlung nach schweren Diskussionen keine Einigkeit erzielt werden konnte, zerschlugen sich die Verhandlungen. 
Der Landwirt Gerhard Wienströer-Hülsmann aus Heerde und der Schreiner Heinrich Becker aus Oelkerort regten nun an, einen besonderen Schützenverein für Heerde zu bilden. Man einigte sich, an einem Sonntagabend im Juni 1924 eine neue Versammlung beim Gutsbesitzer Bühlmeyer-Deiter in Heerde abzuhalten.

Wappen des Schützenvereins

An diesem Sonntagmorgen nach dem Hochamt hatte der Gastwirt Heinrich Huckenbeck von seinem Balkon aus die auf dem Kirchplatz verweilende Menge darauf hingewiesen, dass wegen der Neugründung eines Schützenvereins in Heerde auf dem Hof des Brennereibesitzers Heinrich Bühlmeyer-Deiter in Heerde am Abend eine Versammlung stattfindet. Somit trafen sich an dem Sonntagabend über 100 Bürger, vorwiegend aus den Bauerschaften Heerde und Oelkerort, auf dem Hofe Bühlmeyer-Deiter und stärkten sich mit Deiter’s Korn aus erster Hand.

Bei dieser Versammlung wurde die Gründung eines „Landwirtschaftlichen Schützenvereins Heerde“ grundsätzlich beschlossen. Ein Arbeitsausschuss wurde mit der Ausarbeitung der Satzungen usw. beauftragt. 
Am Donnerstag, 10. Juli 1924, fand dann eine zweite Versammlung auf demselben Hof statt, in der die Satzungen beraten und angenommen wurden. Der Schützenverein war somit gegründet. Ferner wurde das Wichtigste vom ersten Fest besprochen und der Vorstand gewählt.

Zum Vorsitzenden wurde der Bauer Heinrich Schulze-Hüttinghausen (Bild) gewählt, sein Stellvertreter wurde Christoph Brüggemann. Schriftführer wurde der Heerder Lehrer Robert Trenks, Kassierer wurde August Stratmann. Zu Beisitzern wurden Heinrich Bühlmeyer gen. Deiter, Gerhard Hülsmann-Wienströer, Arnold Loermann und Gerhard Rickel gewählt. 


Gründungsprotokoll in Sütterlin-Schrift

Ebenfalls wurden die Offiziere gewählt:
Bernhard Schulze-Hüttinghausen wurde Major und Schützenoberst, Gerhard Hülsmann-Wienstroer und Christoph Brüggemann zum Hauptmann, Bernhard Rickel, Heinrich Huster, Josef Ostfechtel, Heinrich Topp und Gerhard Rickel zum Oberleutnant, Karl Westermann und Anton Eusterbrock zum Leutnant und Adjutant, Christoph Huster und Heinrich Röwekamp zum Leutnant bei der Fahne sowie Anton Beuckmann und Heinrich Mense zum Feldwebel ernannt.
Alle vertraten außerdem die Meinung, noch im selben Jahr das erste Schützenfest zu feiern. Als Termin kam der letzte Sonntag im August in Betracht, weil dann die Hauptgetreideernte unter Dach und Fach war.




Am 24. August 1924 fand die erste Generalversammlung statt. Vorher führte man bei starkem Regen eine Übung durch, die im Antreten, Marschieren und Parademarsch bestand.

Das 1. Schützenfest des neuen Vereins fand dann am 31. August 1924 auf dem Grundstück vor der Bäckerei Hülsewedde (heute Rohmann) statt. Belebt wurde der Festplatz von verschiedenen Verkaufsbuden und von einem Karussell. Ein Sturm riss das Verdeck des Karussells herunter. Auf dem Schießplatz auf der Wiese vor Storks Haus entwickelte sich trotz des schlechten Wetters und Dauerregens schon ein buntes Leben. Das erste Heerder Schützenfest verlief so harmonisch, dass der folgende Montag gleich als Festtag angehängt wurde.