Historisches aus der Bruderschaft

Im Hinblick auf die Heerder Schützenfeste kann man im Archiv der Schützenbruderschaft viel Wissenswertes, Interessantes und Besonderes über die Bruderschaft und handelnde Personen erfahren. Im nachfolgenden eine kleine Auswahl, insbesondere zu den Jubiläumsschützenfesten.

Schützenfestzelt 1956 nach der Sturmnacht.

Zum Schützenfest 1956 wurde die Bruderschaft auf eine harte Probe gestellt. Der „Glocke“-Bericht beschreibt die Situation: „Schützenbrüder und Gäste waren froh, daß es überhaupt noch klappte, denn am Samstag hatte es noch so ausgesehen, als seien die Hoffnungen auf das Fest, wie vieles andere an diesem Morgen, vom Sturm verweht worden. Die Zelte zumindest waren es. 
Sie lagen platt und teilweise zerrissen auf dem Boden, und zeichnete die Heerder Bruderschaft nicht so ein hervorragender Gemeinschaftssinn aus, es wäre in der Tat in diesem Jahr schief gegangen. So aber packten alle mit an, von Brudermeister Joseph Loermann bis zum letzten Schützen.“
Im Protokollbuch der Bruderschaft ist dazu festgehalten: „Am Samstag morgen setzte ein Orkan ein, wie wir ihn in unserer Heimat selten erleben. Er fegte in kurzer Zeit hinweg, was Eifer, Mühe und Opferfreudigkeit in den Tagen vorher aufgebaut hatten.
Wer die Trümmerstätte sah mit den zerrissenen Planen, den geknickten Stäben, den verwehten Kränzen und dem Durcheinander der Leitungen, dem konnte wohl der Mut vergehen. Es dauerte aber nicht lange, da waren die ersten Helfer zur Stelle.“ Und die Schützen ließen sich die Festlaune nicht verderben. Das Schützenfest nahm ohne Einschränkungen seinen bekannten Lauf.

Zum Schützenfest 1976 mussten die Heerder Schützen auf den Heidekraut-Schmuck verzichten. Durch eine Dürreperiode war die Ausschmückung der Festzelte mit dem sonst üblichen Heidekraut nicht möglich. Somit wurde zur Zeltverschönerung Eichenlaub an Stangen und Streben angebracht. Auch wurde es heiß und brenzlig unter den Zeltböden. Hier bewährte sich die gute Zusammenarbeit der Schützen mit der Freiwilligen Feuerwehr. Denn am Donnerstagmorgen kurz nach sechs Uhr wurden die Feuerwehren von Herzebrock und Clarholz auf den Heerder Schützenplatz gerufen.
Dort war in einem der Zelte der Bodenbelag in Brand geraten. Mit zwei Tanklöschfahrzeugen gelang es den Blauröcken unter der Leitung von Norbert Steppeler und Richard Cordes, eine Ausdehnung des Schwelbrandes zu verhindern. Etwa 30 qm Holzfußboden wurden vernichtet. Da kurz vor Aufbau der Zelte trockenes Gras abgemäht und verbrannt worden war, lag die Brandursache nahe.
Aber: Das konnte die Schützen nicht erschüttern. Am Samstag ging’s los mit dem regulären Schützenfest!


Zum Schützenfest im Jahr 1981 las sich folgende Überschrift im Westfalenblatt: 
„Und ein >halber Kaiser< regiert jetzt in Clarholz.“ Paul I. Rippert hatte am Sonntag, 16:11 Uhr, mit dem 385. Schuss die Königswürde angetreten. Dies war schon der zweite Erfolg des Königs, denn vor genau 25 Jahren war er 1956 bereits König in Ostenfelde. 
Paul I. Rippert regierte in Heerde mit Hildegard III. Cordes (Bild).

1961 Erster Heerder Kinderschützenkönig Heinz-Josef Buddenbäumer mit dem Königspaar August Hülsewedde und Anni Drücker.

Zum Schützenfest 1961 war es das erste Mal in der Bruderschaft, dass ein Wettbewerb um den Kinderschützenkönig ausgetragen wurde.
Geschossen wurde montags auf dem Heerder Schießstand auf Zehner-Ringscheibe. 
Gewonnen hat ihn schließlich Heinz-Josef Buddenbäumer aus dem Sundern, doch erst nach einem Stechen und zwar vor Heiner Müller. Beide holten sie 26 Ringe.
In Ermangelung einer Kinderkönigskette wurde für das Foto kurzerhand die Königskette des Schützenkönigs August Hülsewedde ausgeliehen. Auch der Schützenhut gehörte einem Altschützen.