Echo aus der Presse: Generalversammlung

Michael Wöstheinrich berichtet für „Die Glocke“ und die „Markt & Gemeinde“ über die Generalversammlung vom vergangenen Sonntag.

(hc woe) „Dies wird meine letzte Veranstaltung als Brudermeister sein“, begrüßte Stefan Wellerdiek die Mitglieder Schützenbruderschaft St. Hubertus, die am Sonntag, den 27. Juni auf den Schützenplatz in Clarholz-Heerde gekommen waren, um an der lange verschobenen Generalversammlung teilzunehmen. Die letzte hatte im Februar 2020 stattgefunden und wie so viele Veranstaltungen, auf die sich die Bruderschaft im vergangenen Vereinsjahr gefreut hatte, stand die satzungsgemäß notwendige Generalversammlung wegen der Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen ebenfalls auf der Kippe.

Unter freiem Himmel, mit Abstand, Masken und Anmeldepflicht gelang es nach zwei Anläufen im Februar und Mai nun doch: mit 128 Teilnehmern gut besucht und beschlussfähig standen jetzt auch die geplanten Neuwahlen auf der Tagesordnung.

Musikalische Begleitung kam vom Spielmannszug unter der Leitung von Josef Köckemann. Die Gruppe hatte mit einer Ausnahme seit eineinhalb Jahren keine öffentlichen Auftritte mehr und freute sich, dass sie wieder spielen durfte.

Stefan Wellerdiek richtete sich mit einem persönlichen Resümee an die Anwesenden: „Nach 12 Jahren als Brudermeister und 25 Jahren im Vorstand danke ich Euch für das Vertrauen und die Unterstützung, die ich für die Ausübung in meinem Amt gebraucht habe. Der inzwischen verstorbene Manfred Pollmeyer hat mich in den Verein geholt, Hermann Hartmann und Karlheinz Grundmann haben mich in die Vorstandsarbeit eingeführt. Meine Frau Katja und meine Tochter Chiara haben mich unterstützt und mir den Rücken freigehalten und zusammen haben wir in der Bruderschaft viel bewegt – nun wird es Zeit für Veränderungen. Aber ich bleibe der Bruderschaft treu und werde mich weiter für den Verein engagieren.“

Der christliche Glaube ist ein Element des Selbstverständnisses der Bruderschaft. Dies machte Pfarrer Josef Kemper bei der Totenehrung noch einmal deutlich. Im zurückliegenden Jahr waren 18 vorwiegend hochbetagte Mitglieder, die oft viele Jahrzehnte in der Bruderschaft waren, verstorben, oft konnten sie nur im kleinen Rahmen beigesetzt werden. „Wir ehren sie nicht, weil es Pflicht ist“, erklärte der Präses, „wir tun dies, weil es uns ein Anliegen ist.“ Pfarrer Kemper ging auch auf den scheidenden Brudermeister ein. Wellerdiek habe sich mit Leib und Seele für die Bruderschaft eingesetzt und für die gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde habe er Dank verdient.

Die Grüße aus der politischen Gemeinde überbrachte Bürgermeister Marco Diethelm. Er sprach sich verhalten optimistisch aus: „Es geht im zweiten Jahr der Pandemie wieder langsam aufwärts, vor allem in der Industrie und im Handwerk. Gehen Sie bald wieder in die Außengastronomie, dass es dort auch wieder bergauf geht.“ Für die zurückliegende, anstrengende Zeit für den Schützenvorstand zeigte Diethelm Verständnis und Respekt: „Die Bruderschaft hat sich weiterhin mit Ideen und Tatkraft in das Gemeindeleben eingebracht – trotz vieler Beschränkungen.“ Stefan Wellerdiek´s Antwort darauf: „Die Gemeindeverwaltung hatte stets offene Türen und offene Ohren für uns. Wir haben gemeinsame Lösungen gefunden.“

Ortsvorsteher Franz-Josef Tegelkamp grüßte den Vorstand und die Majestäten, König Achim Winkelmann und Königin Jessica Laser mit ihrem Thron und das Prinzenpaar Luis Pötter und Julia Hartmann mit ihrem Gefolge. Auch Tegelkamp nahm die Folgen der Pandemie in den Blick: nach derzeit 3,9 Millionen Toten gebe die Wissenschaft nun Hoffnung, dass es in Zukunft wieder besser werde, aktuell könne man umso mehr sehen, wie viel ein lebendiges Vereinsleben wert sei: „Sowas macht sich nicht von selbst, dazu ist viel persönlicher Einsatz nötig.“ Tegelkamp fasste zusammen, wie Stefan Wellerdiek diesen persönlichen Einsatz in der Bruderschaft gelebt hat: „1986 Beitritt in den Verein, bis jetzt aktiv bei den Sportschützen, 10 Jahre als deren Vorsitzender, 2004 Schützenkönig und seit 12 Jahren Brudermeister in Heerde, seit 2018 stellvertretender Bezirksbundesmeister im Diözesanbezirk Wiedenbrück. – Danke für Dein eifriges Wirken!“

Vor den Ehrungen gab die Fahnenschwenkergruppe der Heerder Schützen eine Kostprobe ihres Könnens. Und hier zeigte die Bruderschaft mehr Haltung als der DFB: es wirbelten statt der grün-weißen Vereinsfahnen solche in Regenbogenfarben.

Ehrungen

Geehrt wurden André Rolf, der sich als Jungschützenmeister engagiert hat, und André Gerdhenrich, seit 2009 Beiratsmitglied und tatkräftiger Helfer bei vielen Veranstaltungen.

Dann wurden die Jubilare verlesen – einige waren anwesend und konnten Ehrennadeln in Empfang nehmen. Auf 25-jahrige Mitgliedschaft können zurückblicken:
Tobias Claas, Eker Kerebigazi, Thorsten Haverkamp, Kai Hülsmann, Rouven-Gerd Jasper, Mark Kalthoff, Stefan Ortkras, Gerd Ortkras, Heino Pohlmeyer, Rainer Schmitfranz und Petra Westermann.

Für 40-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:
Norbert Beermann, Alfred Bulitz, Karl-Heinz Gromöller, Ulrich Hartmann, Josef Holterkamp, Bernhard Holterkamp, Klaus Hülsewedde, Ralf Kampschnieder, Siegfried Kiffmeier, Theo Kuhlmann, Wilfried Nörling, Norbert Pollmeyer, Heinz Poppenborg, Martin Rolf, Bernhard Rolf, Alfred Scharpenberg, Achim Schlüter, Huschiang Sitzler, Franz-Josef Tegelkamp und Werner Wilkens.

Ehrungen für 50-jährige Mitgliedschaft:
Elisabeth Brunnert, Klaus Bussmann, Karl Düpjohann, Manfred Düpjohann, Heinz Gertheinrich, Helmut Hülsmann, Walter Klüsener und Arnold Loermann.

Auch die Jubilare, die ihre Ehrungen bereits persönlich überbracht bekommen haben, sollen hier
genannt sein:
60-jährige Mitgliedschaft: Ewald Herzog, Theo Humann und Ferdinand Rickel
65-jährige Mitgliedschaft: Joseph Becker
70-jährige Mitgliedschaft: Wilhelm Pötter und Gerhard Rickel.

Jahresbericht von der Pandemie geprägt

In seinem Jahresbericht fasste Schriftführer Jan Heitmann ein schwieriges Jahr zusammen: bald nach der letzten Generalversammlung am 29. Februar 2020 und der Teilnahme am Bezirksbruderschaftstag in Wiedenbrück kam der Lockdown und fast alle aufwändig geplanten
Vereinsaktivitäten wurden ausgesetzt. Einiges wurde ins Internet verlagert, allein die Beflaggung zeigte die Präsenz des Vereins in der Öffentlichkeit. Es gab Beteiligung bei der Hohenfelder-Challenge, das Schützenfest-to-go – Paket, den Bürgermeister-Kandidaten-Check, die „Heerder Wiesn“ und weitere Aktivitäten, aber eben kein Schützenfest. Auch in diesem Jahr wird es nur eingeschränkt möglich sein, in großer Gemeinschaft zu feiern. Der Verein will einen regelmäßigen Newsletter per E-Mail anbieten, der über den aktuellen Stand unterrichtet.

Kassenwart Dominik Krampe legte die Jahresbilanz vor, Kassenprüfer Marco Diethelm beantragte Entlastung, die einstimmig erteilt wurde.

Besetzung der Ämter

Für die Neuwahlen zum Vorstand hatte es einen Antrag gegeben, in geheimer Wahl abzustimmen. Die Versammlung sprach sich aber mehrheitlich für eine offene Wahl per Handzeichen aus und so lief diese unter der souveränen Leitung der stellvertretenden Brudermeisterin Diana Ortkras flott und reibungslos ab. Zuvor ließ sie es sich nicht nehmen, Stefan Wellerdiek zu würdigen. „Er war nicht nur erfolgreicher Sportschütze, Prinz und König, er hat Vieles angestoßen, wie das Bezirksschützenfest auf dem Clarholzer Marktplatz – näher kann ein Brudermeister ein Schützenfest einem Ort nicht bringen…“ Als Erinnerung rollten die Schützen eine massive Baumstamm-Bank mit Inschrift auf den Platz, auf dem Stefan und Katja Wellerdiek auch gleich Platz nahmen.

Zum neuen Brudermeister wurde einstimmig Lars Rugge gewählt. Der 44-Jährige, der mit seiner Frau Melanie und den drei Kindern in Clarholz lebt, ist von Beruf Braumeister bei Potts in Oelde und seit 25 Jahren in der Bruderschaft aktiv. 2001 war er Prinz, er war mehrfach in Throngefolgen und ist seit 12 Jahren im Vorstand, dessen Spitze er nun übernimmt.

Zum 2. stv. Brudermeister rückt Daniel Werner nach. Neuer Schriftführer wird Tom Seyer, Jan Heitmann wird sein Stellvertreter. Pressewart Herbert Strotmann wurde wiedergewählt, ebenso der 2. Pressewart Christian Tophinke. Christoph Haverkamp tritt als Jungschützenmeister die Nachfolge von André Rolf an. In den Beirat wurden Sebastian Brand und Dirk Vogel wiedergewählt, die dritte Stelle bleibt unbesetzt. Das aktuelle Kassenprüferteam besteht aus Marco Diethelm und André Wiemer.

Weitere Wiederwahlen: Oberst Andreas Kintrup, und für die 1. bzw. 2. Kompanie die stv. Obersten Willi Hartmann und Dirk Holtkamp sowie sie stv. Hauptmänner und Feldwebel Bertram Hagenkötter und Gernot Füchtenhans mit ihren Leutnanten.
Bei den Sportschützen ist Heinz-Josef Katthöfer Hauptmann, Christopher Gerdhenrich sein Stellvertreter und die Adjutanten wurden im Block gewählt bzw. in den Ämtern bestätigt.

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